Canada Love. Und die CL hält fest, was mir den Atem raubt.

Von saftigen Wiesen, einsamen Stränden, unendlichen Wäldern, singenden Orkas, in der Sonne aalenden Robben und einer – auf den letzten Drücker – erfolgreichen Bärensuche. Wie die Leica CL die berauschende Natur Kanadas einfängt.

Wie ein Stück Heimat.

Es soll nicht pathetisch klingen, aber beim Sichten der Fotografien meiner Kanadareise werden meine Augen sofort wässrig. Diese Weite. Diese Ruhe. Diese Natur… In meinem Leben hat es mich an viele aussergewöhnliche Orte dieser Welt verschlagen, privat, aber auch beruflich als Moderatorin einer Reisesendung («einfach/luxuriös», SRF). Aber Britisch Kolumbien hat etwas in mir ausgelöst, was andere Regionen bisher nicht schafften: Es wirkt auf mich wie ein Stück Heimat. Ein Zurückkehren in den Schoss der Mutter Erde. Ich tu es schon wieder: Ich werde übertrieben emotional, wenn ich davon erzähle. Aber von vorne.

Wasser. Wasser. Und nochmals Wasser.

Es ist Juli 2019, als ich zum ersten Mal kanadischen Boden betrete. Vancouver ist nur das Tor zu dieser lang geplanten Reise, sofort geht es weiter nach Port Hardy, einer Kleinstadt mit etwas mehr als 4000 Einwohnern im Norden von Vancouver Island. Es regnet, als ob der liebe Petrus seine Badewanne entleeren würde. Ein schlaksiger Hüne führt mich am Provinzflughafen zu einem Wasserflugzeug, das aufgebockt auf Rädern vor dem Hangar steht.

Die graue Wolkendecke hängt tief, sehr tief, direkt über dem Flieger und ich bin nicht sicher, ob dies gerade der dümmste Entscheid meines Lebens ist, da einzusteigen. Es regnet rein. «Literally» würde der Kanadier sagen. Ich wusste es, keine gute Idee. Aber der grossgewachsene Pilot in Regenjacke startet unbeirrt die Kleinmaschine, während er mit seinem Ärmel die beschlagene Scheibe notdürftig sauber wischt und sich damit ein Guckloch schafft. «Ich bin mir nicht sicher, ob wir es schaffen, unter den dicken Wolken durchzufliegen, aber lass es uns versuchen», meint er achselzuckend und legt los. Ich kichere nervös. Eine Abenteuerreise ist das Ganze jetzt schon und ich werde meinen Kindern etwas erzählen können, wenn ich sie je wiedersehen sollte.

Irgendwo im Nirgendwo.

Nun, der Hang zur Dramatik sei mir angesichts der ungewöhnlichen Situation verziehen. Es lief schlussendlich alles gut, das Flugzeug landete sicher auf dem Wasser vor dem wildromantischen Eco-Resort «Nimmo Bay», wobei das Wort Resort etwas irreführend ist, handelt es sich doch um gerade mal neun Holzhäuschen, irgendwo im nirgendwo. Keine Strassen, keine Läden, kein Internet, kein Nix. Nur Wasser, viel Wasser, eine Handvoll Menschen und die pure Natur. Für mich als verkappte Einsiedlerin das wahre Paradies. Ich konnte lesen, entspannen, Tiere in Freiheit sehen. Und nebenbei auch meine neue Kamera ausprobieren, die Leica CL (Infos am Schluss des Textes).

Das Gefühl von Freiheit neu definiert.

Orkas singen zu hören, Wale, eine ganze Familie von Walen, mit pustenden Wasserfontänen um mich herum schwimmen zu sehen, einen Bär zu suchen und zwei zu finden, sich wonnig in der Sonne aalende Seerobben zu beobachten – die Erlebnisse in Britisch Kolumbien waren für mich als bekennendes Naturmädchen das Betreten einer neuen Welt. Unvergessliche Eindrücke für alle Sinne. Das Digital-Vakkum wurde geflutet mit Primärerlebnissen, die es eben nur in der realen Welt gibt.

Gespeichert ist alles in meinem Kopf und meinem Herz. Und ein kleiner Teil davon auch auf der Speicherkarte meiner Kamera. Diese Fotos haben mich nun gerade wieder zurückkatapultiert in diese Welt, die mich eingelullt hat. Ehrlich gesagt habe ich, die sonst stets knipst wie eine Wahnsinnige, die Leica gar nicht so häufig gezückt, vermutlich, weil ich zu verzückt war vom Gesehenen und dieser Laid-back-Mentalität. Eile scheint hier fehl am Platz, wer nicht bereit ist, Richtung Leerlauf zurückzuschalten, der muss hier wohl Qualen leiden. Alle anderen werden entschädigt, sehen Livebilder, die es so einfach nirgends sonst zu sehen gibt.

Der Wal in Weltformat.

Es hat tatsächlich etwas Majestätisches, wenn ein Wal daher gleitet. Und in diesen Momenten hätte ich mir dann auch gewünscht, eines dieser Monsterobjektive aus der Umhängetasche zu zücken, mit dem ich den Wal zu Weltformat hätte heran zoomen können. Aber hatte ich nicht dabei. Ansonsten waren die beiden Objektive (technische Daten am Schluss dieses Artikels) absolut ausreichend, um eindrückliche Bilder zu schiessen. Die Auflösung ist dabei so gut, dass auch kleine Bildausschnitte gestochen scharf vergrössert werden können.

WWW für Triple-Wow.

Wer hier in dieser wuchtigen Kulisse aufgewachsen ist, bei der die Weite nicht am Horizont aufhört, der muss Mühe haben, nur schon im zwei Stunden entfernten Vancouver mit den Hochhaus-Schluchten klarzukommen, denke ich mir. Tatsächlich habe ich mit einigen – auch jungen – Einheimischen gesprochen, die mir dies bestätigen. Viele kehren irgendwann zurück. Weil nur schon das Leben in einer kleineren Stadt einen Dichtestress auslöst.

Natürlich gibt es auch die, die mit dieser Ruhe – die einem krass auf einen selbst zurückschmeisst – nicht umgehen können. Und es gibt die, die nicht weg können. Aus vielerlei Gründen. Ein gewichtiger ist die Verpflichtung den eigenen Wurzeln gegenüber.

Vergessene First Nation.

Wer in Kanada ist, der schaut genauer hin.

Nicht alles war nur schön. Natürlich nicht. Der Besuch der Insel Cormorant Island, auf der knapp 1000 Personen mit indigenen Wurzeln leben, sogenannte First Nations, hat mich traurig gestimmt. Und ja, auch hilflos und wütend. Ihnen wurde von den Kolonialisten ihre Kultur, ihr Glaube, ihre Seele ausgetrieben. Heute versuchen sie, das Verlorene wieder zu finden. Und wirken dabei von der Welt vergessen. Ich habe gemerkt, wie wichtig es für die Bewohner ist, darüber zu reden und Mitgefühl und Verständnis zu erleben. Immerhin.

Ja, es war eine Reise, die eine ganze Reihe von Emotionen ausgelöst hat.

Der leichtfüssige Bär.

Und dann war da noch die Sache mit dem Bär. Während im Camp fast jeder der anderen Touristen Bären gesehen hatte, sass ich da und schaute in die Röhre. Zu gerne hätte auch ich einen Schwarz- oder Grizzlybären gesichtet, frei, hier in dieser Natur.

Diese Bären sind nicht ungefährlich und sich alleine auf die Pirsch zu machen, kann böse enden. Entsprechend war es nur gestattet, sich mit einem Guide durch die Wälder zu bewegen. Dieser war bewaffnet, allerdings – so erklärte man mir – seien die Waffen höchstens für Warnschüsse gedacht, falls ein Bär zu nahe kommen sollte.

Man hört und liest ja regelmässig über Bären, die durch ihre Neugierde und Gewöhnung an die Menschen unberechenbar reagieren. Wen erstaunt es, wenn wir Menschen sie in ihrer Ruhe stören und ihren Lebensraum nicht achten? Entsprechend wollte ich nicht im Wald auf Bärensuche gehen, erhoffte mir aber natürlich, dass sich einer am Wasser zeigen würde.

Die ganze Woche hatte ich kein Glück. Aber just am letzten Tag, wenige Stunden bevor ich mich zurück auf den Weg nach Vancouver machte, passierte es dann aber doch noch.

Mit einem Guide war ich unterwegs, schlenderte dem Strand entlang, inhalierte nochmals die reine Luft, lauschte seiner Erklärung, wie ein trächtiger Lachs den kilometerweiten Weg stromaufwärts zur Geburtstätte wieder findet, um dort seine Eier zu legen und zu sterben.

Als wir so spazierten, sahen wir am Boden frische Spuren und Bärenkot. Vorsichtig lauschten wir, nichts. Es sollte wohl wieder nicht sein. Irgendwann beschlossen wir, zurück zu unserem Boot zu gehen und voilà, da stand er, etwa 70 Meter von uns entfernt.

So standen wir einige Augenblicke still, musterten uns gegenseitig. Ich versuchte, mit ruhigen Bewegungen, meine Kamera ans Auge zu rücken, um ein Erinnerungsbild zu schiessen. Auf diese Entfernung, na ja, ist das Foto bei weitem nicht so überwältigend, wie der Moment vor Ort für mich tatsächlich war. Der Bär hielt noch einen Wimpernschlag inne, und verschwand – erstaunlich leichtfüssig – zurück in den Wald.

Heimweh-Land.

Kanada. Das Land und seine unterschiedlichen Bewohner – Mensch wie Tier – haben mich bewegt und eine Sehnsucht ausgelöst, die ich seither regelmässig verspüre. Heimweh? Kanada flüstert immer wieder leise und manchmal auch ganz laut: Komm bald wieder.

Leica CL, die Vielseitige.

Für Interessierte noch ein paar technische Informationen zu meiner Kamera, der Leica CL.

Auf Reisen eine gute Kamera, vor allem für aktive Menschen, die nicht ständig einen schweren Equipment-Rucksack mitschleppen wollen. Sie eignet sich für Landschaftsfotografie, wer allerdings zB Tiere in weiter Entfernung auf eine anschaubare Grösse heranzoomen möchte, der müsste andere (teurere und schwerere) Objektive mitnehmen, zB eines der M-Serie. Diese lassen sich alle mittels Adapter auch an der CL anbringen (wenn auch der kleine Body und das riesige Objektiv optisch ein auffälliges Paar abgeben, aber dies ist ein rein ästhetisches Detail und tut nichts zur Sache).

Ich hatte zwei Objektive dabei: Ein Summilux-TL 1:1.4/35 ASPH und ein Vario-Elmar-TL 1:3.5-5.6/18-56 ASPH. Wer sich auskennt, der weiss, dass die gesamte Ausrüstung den Wert eines Kleinwagens hat. Ich habe die Kamera von Leica zum Testen erhalten. Den Preis muss man erwähnen, da dieser natürlich va für Hobbyfotografen ein wichtiges Kriterium für den Kauf einer Kamera darstellt. Auch erwähnen muss man aber, dass in dieser kompakten Kamera derselbe Spiegel eingebaut ist wie in deutlich grösseren Profi-Modellen, weshalb Leica diesen Preis auch als gerechtfertigt empfindet. Fotografiert habe ich in DNG und JPG Format. Das riesige DNG braucht man allerdings va für die Profi-Fotografie, bei der Bilder stark vergrössert oder gedruckt werden können müssen. Ansonsten reicht JPG allemal und füllt auch die Speicherkarte nicht so rasant wie die schweren DNG-Dateien.

Fazit: Ich bin zufrieden mit der Bildqualität, die ich aus den Kanada-Ferien mitgenommen habe. Für die Tier-Fotografie hätte ich mir gewünscht, eines dieser Monsterobjektive dabei zu haben. Damit hätte meine pathetische Erzählung wohl eine noch passendere bildliche Unterstützung erhalten.

Text und Bilder: Anna Maier

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Hoppla, etwas ist schief gelaufen...

29. September 2019
#myfashiondetox – ein Selbstversuch

Kommentare

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    Beat Merki
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    Liebe Anna,
    soeben habe ich Deinen wunderschönen Bericht mit den fantastischen Bilder gelesen und gesehen. Das ist genau das was ich so liebe an Deinen Berichten sie sind so wunderschön und voller Emotionen und dass Du das schreiben perfekt beherrschst hast Du in diesem Bericht einmal mehr unter Beweis gestellt,
    Ich habe Deine Erinnerungen an Kanada bezw. Britisch Columbia so richtig verschlungen und da ich ebenfalls ein Mensch bin der sehr emotional denkt fühlt und auch handelt berühren mich Dein Text und Deine Bilder sehr.
    Ich danke Dir und ich findees so schön wieder mal von Dir zu lesen, einfach einmalig!
    Ich sende Dir liebe Grüsse Anna!
    Herzlichst Beat

    18. Januar 2020

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