Das Erfolgsrezept: Eigenschaften, die zum Erfolg führen.

Verbissen, unempathisch und egozentrisch – sind das die Eigenschaften erfolgreicher Unternehmer/innen? Nein, sage ich, nachdem ich mit zwei erfolgreichen Unternehmern längere Gespräche geführt habe. Mit einem Mann (Joachim Schoss) und einer Frau (Carolina Müller-Möhl).

Was die beiden vereint, könnte das Erfolgsrezept darstellen.

Carolina Müller-Möhl

braucht sich nichts mehr zu beweisen. Wer die 49jährige Unternehmerin, Investorin und Philanthropin im Hauptsitz ihrer Müller-Möhl Foundation in Zürich besucht – an der Schifflände, mit herrlichem Blick auf das Grossmünster und die Limmat -, dem wird sofort klar, dass hier jemand sein Unternehmen im Griff hat.

Nichts wird dem Zufall überlassen, Ziele und Strukturen der Stiftung sind klar definiert. Hier wird gearbeitet. Präzise und sehr unschweizerisch. Denn Carolina Müller-Möhl tut mit ihrer Stiftung Gutes und spricht auch darüber. Bewusst. Selbstbewusst.

Joachim Schoss

hatte auf einem Atlantikflug – der häufig nur mit einer Endlos-Schlaufe an Filmen, viel Portwein oder eben einem regen Austausch einigermassen gemütlich überstanden wird – zusammen mit einem Freund die Idee, eine Plattform zu gründen für jeden möglichen Handel, unterteilt in Branchen. Autos (autoscout24), Immobilien (immoscout24) – die Scout24-Plattformen waren gegründet, kaum setzte der Flieger wieder auf. Da hatte jemand einen goldenen Riecher. Joachim Schoss, 55, und sein Freund wurden zu Millionären.

„Ich bin ein Workaholic.“

Wenn eine Idee zum Fliegen kommt, dann kann man schnell übermütig – oder zum absoluten Workaholic werden. „Ich bin ein Workaholic“, wird ja meistens mit einem entschuldigenden Lächeln gesagt wie etwas, was eigentlich ganz toll ist, denn es zeigt ja, dass man viel leistet und nicht faul Zuhause sitzt mit den Füssen auf dem Sofa wie all die, die es vermeintlich nie „zu was bringen“.

Falsch, sagt Joachim Schoss. Man verliert so die Prioritäten im Leben. Denn der Job alleine kann nicht DIE Priorität sein. Vielleicht für eine kurze Zeit. Aber ganz sicher nicht für ein ganzes langes Leben: „Ich war voll im Business und habe sehr hart dafür gearbeitet, alles andere hatte zweite Priorität, mit Abstand. Fakt ist: Es gibt keinen, der am Ende seines Lebens sagt, ich hätte noch mehr Firmen gründen oder noch mehr Geld verdienen sollen. Das Thema ist vielmehr, was für eine menschliche Bilanz habe ich hinterlassen. Und nicht, was für eine kommerzielle Bilanz habe ich hinterlassen.“

Was bei Joachim Schoss im Gespräch auffällt – genauso wie bei Carolina Müller-Möhl: Beide stellen interessiert Fragen, beide hören zu, beide sprechen mit den verschiedensten Menschen, vom Handwerker über den Taxifahrer zum Nachbarn. Um zu spüren, was in ihrem Umfeld beschäftigt und diskutiert wird. Hier liegen überall mögliche Geschäftsideen sozusagen auf der Strasse.

Gibt es DAS Erfolgsgeheimnis?

Was ich von diesen beiden Gesprächen mit Müller-Möhl und Schoss mitgenommen habe ist:

1. Sei leidenschaftlich.

Wer seine Fähigkeiten realistisch einschätzt und genau das macht, wofür sein Herz brennt, der wird mit Erfolg beschenkt. Denn wer leidenschaftlich arbeitet, den kümmern weder Überstunden noch knifflige Situationen. Im Gegenteil: Aus Leidenschaft entstehen Kreativität und Risikobereitschaft, neue Lösungsansätze auszuprobieren. „Nichts ist unmöglich“ ist Programm. Das färbt ab. Wer einen leidenschaftlichen Vorgesetzten hat, hat auch als Arbeitnehmer häufig mehr Spass an der Arbeit und ist bereit, mehr zu leisten, um die Anerkennung des erfolgreichen CEO’s zu ergattern.

2. Sei vernetzt.

Netzwerken ist alles. Wer einander kennt und vertraut, der geschäftet auch gut miteinander. Ob Alumni, Lions Club oder Feuerwehr – such dir eine Gruppe, der du dich zugehörig fühlst, wo Gleichgesinnte regelmässig miteinander Zeit verbringen. So entstehen neue Ideen, neue Geschäfte, neue Kooperationen und vor allem findet auch ein Austausch statt. Welcher Chef, welche Chefin fühlt sich nicht dann und wann ziemlich alleine in seinen/ihren Entscheidungen? Warum also nicht austauschen und sich anhören, wie jemand anderes in der selben Position, in der selben Situation gehandelt hätte? Einmal die Woche ein Netzwerk-Treffen muss auch in der engmaschigsten Agenda drinliegen.

3. Sei mutig.

Wenn du auf die Idee kommst, den dritten Bastelladen im Dorf oder das 20. italienische Restaurant in der Stadt zu eröffnen, dann wirst du vermutlich vor allem eines tun: viel Frust erleben. Kreiere ein neues Geschäftskonzept, träume und versuche, Seifenblasen zum Fliegen und nicht zum Zerplatzen zu bringen. „Das funktioniert nicht!“ oder „Das interessiert doch niemanden!“ hörst du ständig? Und warum willst du wissen, dass dies auch stimmt, was man dir – meist ungefragt – um den Kopf haut? Wer bereit ist, ein Risiko einzugehen, der kann nur gewinnen. Entweder, dass eine ungewöhnliche Idee sofort abhebt. Oder aber, dass man so richtig auf die Nase fällt. Aber: Aus jedem Tiefschlag entsteht etwas Neues und nicht selten die erfolgreichere Idee als die erste. Sei ein Querdenker.

4. Hör zu!

Klingt simpel? Ist es eigentlich auch. Und warum können so wenige Menschen aktiv zuhören?  Mir fällt es so häufig auf, dass Mitmenschen unglaublich gerne erzählen, am liebsten ohne Punkt und Komma. Aber anstatt dass nach dem Monolog ein „Und wie ist dies bei dir? Erzähl mal!“ kommt, ziehen die Schwatzhaften gerne weiter, um andere mit ihrem Schwall an Worten zu beglücken. Sie verpassen etwas: Wer zuhört, der kriegt mit, was die Menschen beschäftigt, was sie wollen und brauchen. So spart man sich gut und gerne die teure Marktforschung, die eigene ist viel präziser. Mit Zuhören und Fragen stellen kann die Machbarkeit einer Geschätsidee direkt getestet werden.

Unternehmer sind anders.

Natürlich gibt es nicht das EINE Rezept, das man nachkochen kann bis der perfekte Erfolgskuchen auf dem Tisch steht. Aber vielleicht tut es einfach auch mal wieder gut, sich zu besinnen, was man eigentlich will im Leben. Und ob der eingeschlagene Weg auch der richtige ist.

Wer mehr als nur vier mögliche Eigenschaften aufgelistet haben sondern eintauchen möchte in die Welt und Philosophie von zwei sehr erfolgreichen Unternehmern, Investoren und Philanthropen, Carolina Müller-Möhl und Joachim Schoss, dem seien die Interviews, die ich mit ihnen geführt habe, ans Herz gelegt.

Niemand will ein Abziehbild sein.

Jeder will einzigartig sein. Richtig so!

Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, wieviel Mut es braucht, seinen eigenen Weg zu gehen. Gerade vor meiner Rückkehr aus Mallorca habe ich mir diese Frage mehr als einmal gestellt: Soll ich zurück „ins gemachte Nest“, dorthin, wo ich mich auskenne, wohl fühle, in das Becken, in dem ich seit 22 Jahren schwimme und jede Tiefe und Untiefe kenne?

Oder soll ich jetzt, mit 40, in der Mitte meines Arbeitslebens, schauen, was es vielleicht sonst noch geben könnte?

 

Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir ein Jahr Zeit gebe, um in Ruhe und überlegt rauszufinden, wie ich in die nächsten 20 Jahre Arbeitsleben treten möchte:

Während dieses Jahres werde ich

  • mein Studium in New Media Journalim abschließen und viel Rüstzeug haben, um mich in der Digitalisierung der Welt zurechtzufinden.
  • schauen, wohin mein eigenes Konzept für diese Website mich führt. Gerade habe ich in dieser Anfangsphase eine Art Verliebtheitsgefühl. Ob KeinHochglanzmagazin und ich zusammen alt werden, wird sich zeigen.
  • weiterhin moderieren, Podiumsdiskussionen wie gerade eben zum Thema: Wann emanzipiert sich Europa von der digitalen Dominanz der USA?
  • primär selbständig arbeiten, da ich bis zur Einschulung meines jüngsten Kindes im Sommer 2019 gerne möglichst viel Zuhause-Zeit haben möchte.

Und was macht DICH erfolgreich?

Wer möchte seine eigenen Gedanken teilen? Welche weiteren Eigenschaften gehören unbedingt auf die Liste? Und wie schafft ihr es, in Beruf UND Familie „erfolgreich“ zu sein?

Ich bin gespannt auf EURE Erfolgsrezepte!

Schreibt in die Kommentarspalte und teilt mit mir, mit allen.

Bilder Carolina Müller-Möhl und Joachim Schoss: Claudia Herzog

Bilder Anna Maier: Jessica Kassner

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Kommentare

  • Beat Merki
    REPLY

    Liebe Anna
    Habe soeben Deine Interviews mit Carolina Müller-Möhl und Joachim Schoss gelesen und bein einmal mehr fasziniert von den Geschichten und Erlebnissen beider Personen. Beide haben durch einen Schicksalsschlag ihr Leben neu organisieren müssen. Was ich bewundere mit welchem Elan und auch Enthusiasmus beide es geschafft haben den vollen Erfolg zu erreichen. Die Geschichte von Joachim Schoss ist schon sehr eindrücklich wie er, nachdem er alles verloren hat und mit einem grossen körperlichen Handicap wieder auf die Erfolgsspur fand, ist schon eine einmalige und eindrückliche Geschichte und verdient hohen Respekt.
    Das was Du geschrieben hast zum Thema Erfolgsrezept kann ich unterschreiben, denn die 4 Punkte welche Du aufgeführt hast denke ich auch, dass das das Wichtigste ist, vor allem aber die Leidenschaft für eine Tätigkeit und auch den Mut haben etwas Neues zu tun sind auch meiner Meinung nach die Eckpfeiler für den Erfolg und die innere Befriedigung. Ich mache mir zurzeit auch Gedanken wie ich es nochmals neu gestalten soll im privaten und beruflichen Leben. Deine interessanten Geschichten und Deine Kommentare sind immer wieder gute Denkanstösse für mich und ich hoffe natürlich, dass Du Dein Magazin noch sehr lange erhaltenwirst mit immer wieder neuen von Dir so wunderbar geschrieben Geschichten. In diesem Sinne einmal mehr Danke Anna für diese tollen Geschichten welche das Leben schreiben. Liebe Grüsse! Beat

    1. Mai 2018

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