Vom Hochglanz blenden lassen?

KeinHochglanzmagazin mit Hochglanzbildern und Menschen, die im Scheinwerferlicht stehen. Ist dies ein Gegensatz? Ich finde: nein. 

Ein weltbekanntes Model auf KeinHochglanzmagazin, genauso wie der hippe Musiker, die erfolgreiche Unternehmerin und der launige Bundeskanzler. Dazu Bilder, die durchaus auch in einem Hochglanzmagazin erscheinen könnten. Wie passt das zusammen?

Natürlich passt es. Genau diese Irritation ist nicht nur spannend sondern auch gewollt. Denn nur weil sich jemand beruflich im Scheinwerferlicht bewegt, heisst das nicht, dass er/sie nicht auch zuweilen Abgründe erlebt bzw die Schattenseiten des Lebens kennt – um die Metapher konsequent zu bedienen.

Gewollte Irritation

Die Menschen, die ich für mein Magazin anfrage, haben Inspirierendes zu erzählen. Sie haben viel erlebt und erlitten und können (häufig erst mit einer zeitlichen Distanz) darüber reflektieren und ihre Schlüsse ziehen.

Und genau da wird es für uns alle spannend, denn hier beginnt die Inspiration: Wenn wir gelebte Lebenserfahrung hören, dann bewirkt dies häufig mehr, als wenn man einen Ratgeber liest. Praxis statt Theorie, quasi. Denn es berührt uns doch alle, wenn wir Menschen treffen, die am selben Punkt im Leben stehen, wie die meisten von uns irgendwann: Das vermeintlich perfekte Hochglanzleben faltet sich zusammen wie ein Kartenhaus und man muss (oder darf – je nachdem, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet) es wieder neu bauen.

Dies ist eine Chance, welche das Leben uns bietet – das glaube ich auf jeden Fall -, auch wenn es im Moment nicht immer erkennbar ist.

Das Bauchgefühl bestimmt

Zurück zu der Auswahl meiner Gesprächspartner. Nein, sie müssen nicht bekannt oder gar berühmt sein. Auf der Liste der bereits Interviewten finden sich einige Namen, die man in der Öffentlichkeit nicht kennt. Für mich hat es noch nie eine Rolle gespielt, bekannt sein heisst nicht automatisch auch, dass der Mensch hinter der öffentlichen Person auch spannend ist. Aber im Umkehrschluss heisst es eben auch nicht, dass eine Berühmtheit auch unspannend ist.

Ich wähle meine Gesprächspartner immer – und nur – nach meinem Bauchgefühl aus. Ich habe ja das grosse Glück, meine eigene Chefin zu sein und meine Redaktionsplanung selbst in der Hand zu haben. Natürlich nehme ich wahr, dass meine Interviews mit bekannteren Personen häufiger angeklickt werden, aber dies ist nicht der wichtigste Gradmesser für mich.

Anna Maier mit Model Nadine Strittmatter in der Kronenhalle-Bar

Das neueste Gespräch mit Topmodel Nadine Strittmatter fand ich inspirierend, da sie sich – eigentlich schon immer: Selflove, yeah! – nicht davon beeindrucken liess, ob sie oder ihr Gesicht einem Mainstream entsprachen oder nicht. Heute – im für Models schon fast biblischen Alter von 34 Jahren – ist sie genau deshalb immer noch im Geschäft. Weil das Wort „Diversity“ eine zunehmend wichtige Rolle spielt – auch im vermeintlich oberflächlichen Model-Business: Auftraggeber suchen nicht mehr einfach nur eine Hülle, ein schönes Gesicht, sie suchen Menschen mit Charakter.

Gedanken zum Teilen

Eine Frau Mitten im Leben, auf der Suche nach einer neuen Rolle im Berufsleben, so, wie viele von uns, ob bekannt oder nicht bekannt. Nadine Strittmatters Gedanken könnten auch unsere sein. Deshalb habe ich sie eingeladen, obwohl sie wohl von all meinen Gästen als Model auch den Hochglanz verkörpert wie keine andere. HIER gehts zum Interview mit Nadine Strittmatter.

Und noch was Kleines zu den Bildern: KeinHochglanz bezieht sich bei mir immer auf den Inhalt :-). Die Bilder sollen vor allem authentisch sein, die Person von ihrer nahbaren Seite zeigen. Dass die Bilder auch noch schön und – gerade mit dieser Kraft, die sie ausstrahlen – ein Eyecatcher sind: Umso besser!

KeinHochglanz heisst nicht: im Dunkeln sitzen und nicht gesehen werden. Die Menschen auf meiner Website haben es alle – bekannt, nicht bekannt, gross, klein, und was-ich-hier-auch-alles-aufzählen-könnte mit eingeschlossen – verdient, dass das Licht auf sie fällt und sie und ihre Gedanken gesehen werden.

Mehr über das Konzept von KeinHochglanzmagazin gibts HIER.

Und wer grad einen Inspirations-Boost für den vielleicht grad etwas harzigen Alltag braucht:

HIER gehts zur Liste aller bisher Interviewten.

Danke, dass ihr so treue Leser seid und KeinHochglanzmagazin immer so schön weiterverbreitet. Ich schätze das sehr.

Text: Anna Maier
Bild Anna Maier: Vicki McLeod
Bild Anna Maier/Nadine Strittmatter: Jean-Pierre Ritler

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Kommentare

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    Beat Merki
    REPLY

    Da bin ich der gleichen Meinung. In Deinen Interviews zeigst Du uns die verschiedensten Facetten von Personen die berühmt sind oder auch nicht im Rampenlichts stehen und genau diese Vielfältigkeit ist das ganz Besondere und Einmalige an Deinem Magazin, wie auch die so berührenden Interviews wie z.Bsp.das mit dem leider viel zu früh verstorbenen Spitzenkoch Andrew Fairlie. Ich habe schon einige Male aus Deinen Interviews Denkanstösse für mein eigenes Leben mitnehmen können und dafür bin ich DIr dankbar. Einfach toll, dass Du dieses, Dein Magazin, ins Leben gerufen hast Anna. Für mich gehört es zum regelmässigen Lesestoff und ich freue mich immer von neuem wenn jeweils anfangs eines neuen Monats wieder ein spannendes Interview zu lesen ist. Ein grosses DANKE an Dich Anna.
    Liebe Grüsse
    Beat

    19. April 2019

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