«Und plötzlich hatte ich Todesangst.» Marco Büchel, 47, Ex-Skirennfahrer

Er war nicht der Talentierteste, erreichte aber mit immensem Biss die Weltspitze. Bis er es eines Morgens kaum mehr in das Starthäuschen schaffte.

Marco Büchel ist eine Erscheinung, hat etwas Weltmännisches, definitiv Auffälliges, wie er – sehr gut gekleidet mit grauen Wollhosen und einem blauen Hemd, bergsonnengebräunt, dunkler Bart, eine Art Hipster, der irgendwie um Welten gesünder aussieht als die städtische Variante – ins Zürcher Restaurant Razzia reinläuft, nur Tage, nachdem Johnny Depp hier war. Dieser hat allerdings gar nichts mit ihm und unserem Gespräch zu tun, weshalb ich mir gerade überlege, diesen Satz wieder zu streichen. Aber ich lasse ihn einfach mal stehen. Marco Büchel und Johnny Depp. Eine coole Ausstrahlung haben beide.

Aber auch wenn unser Treffen sehr leichtfüssig begann – wir hatten uns verabredet, da wir beide an einem ähnlichen Projekt herumtüfteln und uns austauschen wollten -, entwickelte es sich zu einem mehrstündigen Gespräch, das zu KeinHochglanzmagazin passt.

Für diejenigen, die noch etwas Faktenfutter brauchen, bevor sie sich tiefer mit einer Person auseinandersetzen mögen:

Marco Büchels Karriere in Kürzestversion: Der Liechtensteiner gewann 4 Weltcuprennen, stand 18 Mal auf dem Podest eines Weltcuprennens, schaffte 90 Top-Ten-Platzierungen im Weltcup, nahm 6 Mal an Olympischen Winterspielen teil, holte sich 8 mal den Titel «Sportler des Jahres» in Liechtenstein.

Marco Büchel, Lauberhorn-Abfahrt in Wengen, Schweiz, Januar 2006. KEYSTONE/Eddy Risch

„Was tue ich hier? Ich will das nicht.“

Schon öfters habe ich mir zwei Fragen gestellt, wenn ich Sport am Fernsehen konsumierte:

1. Wie fühlen sich die Skirennfahrer, wenn sie im Starthäuschen stehen, vor sich eine senkrechte Wand, die ins Tal führt und für uns alle Nicht-Rennfahrer eher den Gedanken des blanken Horrors auslöst?

Über genau diese Situation hat Büchel zusammen mit seiner Frau Doris den eindrücklichen Artikel «20 Minuten» für «Das Magazin» geschrieben, ein Auszug:

Ich betrete die Heilige Halle, so nenne ich diesen Raum: weisser Boden, weisse Wände, weisse Decke, blaues Licht aus Hallogenleuchten. Nur wenig Leute sind hier drinnen. Wer redet, redet leise. An den Wänden die Bilder der Legenden. Die ganz Grossen sind hier verewigt: Sailer, Klammer, Strobl, Cuche. Ich habe keine Zeit für Bilder. Ich weiss, wie gross der Mythos Kitzbühel ist, wieviel Geschichte in diesem Ort steckt. Ich weiss es ganz genau. Ich kenne die Strecke. Jeden Zentimeter. Ich fühle sie.
 
Sie ist steil. Sie ist eisig. Sie ist blau.
Blaues, blankes Eis.
Was tue ich hier?
Ich will das nicht.
Will umdrehen. Raus hier.
Wie gerne würde ich jetzt tauschen.
Zusehen, wie sich andere hier runter stürzen,
am liebsten mit einem Glühwein in der Hand unten im Zielraum stehen.
Nicht hier sein.
Nicht jetzt.
Nein.
Nein.
Mein Magen dreht sich.
Fühle mich nicht wohl.
Mein Herz pocht.
Trockener Mund.
Scheiss Klumpen im Hals.

2. Was macht ein Profisportler direkt nach der aktiven Karriere? Wenn sich plötzlich statt Schnee und Goldregen ein grosses Nichts an Leben aufmacht, das neu erobert, sich ein neuer Platz gesucht werden muss?

Diese beiden Fragen – und eben nicht nur diese sondern einen ganzen Blumenstrauss an weiteren – konnte Marco Büchel beantworten. Er tat dies so schonungslos ehrlich, dass ich glaube, dass viele Menschen sich mit ihm und seinen Gedanken identifizieren können.

All die vielen Seelen, die ich in den letzten Monaten gesprochen und kennengelernt habe, die meisten zwischen 40 und 55 Jahre alt, die auf der Suche sind nach dem Elixier der zweiten Hälfte ihres Lebens.

„Da war ein Moment, in dem ich zu trainieren begann wie ein Besessener.“

Anna Maier: Bist du gut in deine zweite Lebenshälfte gestartet? Hast du eine neue Erfüllung gefunden?

Marco Büchel: Diese Frage kann ich nicht so einfach beantworten. Einerseits gibt es nichts, worüber ich mich beschweren könnte. Ich kommentiere und analysiere die Skirennen fürs ZDF, ich halte Lesungen und Referate über meine Zeit im Skizirkus, bin Botschafter für diverse Firmen, habe seit 18 Jahren Doris an meiner Seite und – ach ja – ich habe mit meinem besten Freund, ursprünglich ein Barkeeper, heute ein Coach, ein Sportzentrum für Spitzensportler in Liechtenstein aufgebaut und damit das gemacht, was eigentlich von offizieller Seite hätte zur Verfügung gestellt werden müssen.

Aber?

Andererseits kann man das Leben, welches ich als Skirennfahrer geführt habe, nicht ersetzen. Das war mein Alles. Es war der Lebensinhalt. Das war kein Job für mich. Die Reisen, die Rennen, das war einfach nur: Emotion pur. Und diese kann man mit nichts ersetzen. Und manchmal denke ich: Ich hab einfach alles hingeschmissen. Alles, was mir beruflich im Leben wichtig war, ist nun weg.
 
Ist dies eine nachträgliche Verklärung oder hast du dieses Gefühl auch gehabt während der aktiven Zeit?

Oh ja! Ich habe es geliebt. Du musst wissen, dass ich nicht der Talentierteste war.

Du kokettierst!

Nein, es war wirklich so. Man sagte mir, dass ich zu nichts taugen würde, schon gar nicht zum Skirennfahrer.

Fakt ist: von den Nachwuchstalenten, die damals mit mir trainierten, haben es einzig Didier Cuche und ich geschafft. Bei mir war es einfach nur der Biss. Ich habe mich hochgerackert, ich wollte unbedingt.

Mein Vater sagte mir: Im Minimum machst du eine Kaufmännische Ausbildung, sonst unterstütze ich gar nichts, meine Mutter war sofort begeistert. Ich machte also die Ausbildung zum eidgenössischen Handelskaufmann. Anschliessend wollte ich komplett auf die Karte Skirennsport setzen. Mein Vater akzeptierte diese Entscheidung.

Nach 2 Jahren als Profisportler drohte er mir, aufgrund mangelnder Resultate, mit der Arbeit in seiner Firma. Wir vereinbarten, dass ich nochmals einen zeitlichen Aufschub bekomme. Das war der Moment, in dem ich zu trainieren begann wie ein Besessener.

Einmal, auf dem Rückflug von den Weltmeisterschaften in Morioka (Japan, 1993), sass ich neben meinem Jugendidol Andreas Wenzel und ich sprach und sprach und sprach ihm den Kopf voll. Er hatte vor sich ein Glas Wein und irgendwann sagte er: «Du würdest besser Liegestühle in St. Tropez vermieten, denn aus dir wird nie was.» Das sass.

Und du wolltest ihm beweisen, dass du es eben doch schaffen kannst.

Ich wollte beweisen, dass man auch mit weniger Talent, aber viel Ehrgeiz seinen Weg machen kann.

Lustig war: Als ich als Vizeweltmeister wie ein Fürst in Liechtenstein empfangen wurde und im Radiostudio ein Interview geben musste, ging die Tür auf und ein Überraschungsgast stand da. Du darfst dreimal raten, wer es war.

Und er hat dir dann aber gratuliert?

Ja, hat er. Dieses Gefühl, endlich erfolgreich zurückzukommen und Wertschätzung zu erhalten, das war ein schönes. Ich habe alleine sechs Jahre gebraucht, um an die Spitze zu gelangen.

Und du warst sogar der älteste Sieger eines Weltcup-Rennens.

Ja, da wurde ich erst später von Didier Cuche abgelöst. Der war dann mit über 37 Jahren in Kitzbühel noch ein wenig älter.

„Es ist wie ein Rausch.“

Du sprichst von Lebensinhalt, was hat denn für dich die Faszination des Skirennfahrens ausgemacht?

Ich kann es gar nicht beschreiben. Es ist wie ein Rausch. So eine intensive Zeit, das Leben aufsaugen, gleichzeitig die Welt sehen, wo hast du das schon? Es hat mich vorangepeitscht, ein Leben auf der Überholspur.

Wie hast du dich finanziert in den sechs Jahren bis du dich zum ersten Mal unter den besten 10 Fahrern eines Rennens platzieren konntest?

Ich habe von der Liechtensteinischen Sportförderung einen Unterstützungsbeitrag von 20’000 Franken erhalten – für jeweils ein Jahr. Die Reisen waren vom Liechtensteinischen Skiverband bezahlt, ich hatte ein Auto zur Verfügung. Irgendwie ging es.

Und Geld war mir nie wichtig. Diesen Job machst du weder wegen des Geldes noch wegen des Ruhms. Das übergeordnete Thema, welches mich antrieb, waren immer die Emotionen. Ich habe während meiner aktiven Zeit als Skirennfahrer so unglaublich viele Geschichten erlebt. Diese erzähle ich manchmal an Lesungen.

Welches sind die wichtigsten Geschichten und Erlebnisse, die dir geblieben sind?

Da war die Geschichte mit dem Italiener Florian Eisath, der seine beiden Ski-Stöcke beim Start verlor, und trotzdem eine schnellere Zeit fuhr als ich.

Der Moment wenn du realisierst, dass du dein allererstes Weltcuprennen gewonnen hast. Ich habe mir das immer bildlich vorgestellt, und erwartet, dass mich die Emotionen überschwemmen werden. Und dann stand ich da, und spürte erst mal nichts. Erst später im Hotelzimmer liefen mir die Tränen vor Glück über das Gesicht.

Oder dieser Augenblick am Start des 2. Durchganges des Riesenslaloms an den Weltmeisterschaften in Vail 1999. Ich war Führender des ersten Laufes, und somit Halbzeitweltmeister. Ich hatte noch nichts in der Hand, und musste nochmals eine Weltklasseleistung erbringen, um eine Medaille zu gewinnen. Mir war rational bewusst, dass dieser Moment mich für immer prägen würde. Gleichzeitig war ich emotional abgeklärt und komplett ruhig.

Aber die schlimmste Geschichte war mit Sicherheit die, als ich am Morgen der WM-Abfahrt in Val d’Isère 2009 aufwachte, und fast erdrückt wurde von einem riesigen Stein auf meiner Brust. Ich konnte mich kaum bewegen. Eine unfassbare Angst machte sich breit. Von einem Moment zum andern. Plötzlich konnte ich mit diesem Druck nicht mehr umgehen.

„Ich stand da und wusste nicht, wie ich lebend runterkomme.“

Hatte sich dieses Gefühl irgendwie angekündigt?

Gar nicht, es war, wie wenn man einen Schalter gedreht hätte. Bei mir war das Skifahren bis dahin mit viel Genuss verbunden. Ich konnte mit extremen Situationen gut umgehen. Und plötzlich hielt ich dem enormen Druck nicht mehr stand.

Ich schaffte es dann irgendwie, mich ins Starthäuschen zu quälen, stand da und wusste nicht, wie ich lebend runterkomme.

Trotzdem fuhr ich das Rennen. Ich kam als Vierter ins Ziel. Als Vierter! Und fuhr quasi direkt vor eine Fernsehkamera.

Wie fest es mich ärgern würde, nur Vierter geworden zu sein, wurde ich gefragt. Die Tränen schossen mir in die Augen, der Kameramann zoomte ran. Es machte mich fertig, ich war fertig. Eine Restwürde blieb mir, ich beendete das Interview, drehte mich um und heulte.

Heute würde ich sagen, dass ich damals, in diesem Moment, einen Nervenzusammenbruch hatte. Da kam alles raus, was sich über Wochen und Monate in mir angestaut hatte.

Der Druck?

Die Erwartungshaltung, mein eigener Ehrgeiz, mein Alter. Ich weiss es nicht. Eigentlich hätte ich an dieser WM noch weitere Rennen fahren sollen, stattdessen fuhr ich nach Zürich an den Flughafen, kaufte mir ein Ticket nach Miami und war weg.

Du bist Mitten in der Saison abgehauen?

Ja. Ich musste einfach weg. Ich sagte dem Ski-Team, ich wäre eine Woche lang nicht erreichbar, sie müssten es gar nicht erst versuchen.

Wow. Und da kam keine Reaktion?

Nein, ich war auch tatsächlich nicht erreichbar. 10 Stunden später lag ich in der Dunkelheit von Miami im Liegestuhl dieser Strandbar, vor mir einen Eimer mit Mojito. Ich starrte in den dunklen Himmel und hatte das breiteste Grinsen auf dem Gesicht, das du dir vorstellen kannst.

Warum? Was passierte in diesem Moment?

Ich fühlte mich frei, unendlich frei. Wie wenn ich mich aus Fesseln hätte befreien können. Und ich fühlte mich lebendig. Der 4. Rang in der Abfahrt war mir komplett egal. Es waren Emotionen, welche ich spürte, und dies war letztlich der Grund, weshalb ich Skirennfahrer war.

In diesem Augenblick beschloss ich, dass ich noch eine letzte Saison fahren und dann meinen Rücktritt bekannt geben würde. Ich hatte noch ein grosses Ziel: eine Podestplatzierung in der Lauberhornabfahrt in Wengen. Und das schaffte ich dann auch.  Nur eine Hundertstelsekunde vor dem Vierten. Ich sagte: «So beendet man eine Karriere.»

Es fühlte sich in diesem Augenblick an wie einen Irrtum.“

Und trotzdem fiel es dir sicher sehr schwer, dich zu verabschieden von deinem Lebenstraum.

Ja, das war genau so. Ich hatte das ja zwar eigenständig und selbstbestimmt geplant. Und doch fühlte es sich in diesem Augenblick an wie einen Irrtum. Als ob ich den grössten Fehler meines Lebens machen würde. Ich war doch gesund und auf dem Höhepunkt, könnte noch ein paar Jahre fahren!

Aber gleichzeitig war es auch die beste Entscheidung meines Lebens. Ich hatte während der gesamten Saison mit Ängsten zu kämpfen. Zudem spürte ich, dass ich leistungstechnisch auf dem „absteigenden Ast“ bin.

Und stattdessen wartete die grosse Leere auf dich?

Eigentlich nicht. Ich hatte ja das Glück, dass ich – noch bevor ich meine aktive Sportlerkarriere beendete – die Anfrage vom ZDF auf dem Tisch hatte, die Skirennen zu kommentieren. Das ZDF! Und einer der Sponsoren machte mir ein Angebot für eine weitere Zusammenarbeit.

Also wenn ich rein meinen Beschäftigungsgrad anschaue, dann folgte keine Langeweile, kein sich-mit-mir-selbst-beschäftigen- oder neu-erfinden-müssen-Trip, aber mir fehlte mein persönlicher Lebensinhalt. Der ist nicht zu ersetzen. Trotzdem fühle ich mich glücklich, denn es fehlt mir ja an nichts.

„Man sagte mir, ich sei zu wenig bekannt.“

Ausser, dass du einen Traum, eine Ära, zu Grabe tragen musstest.

Ich versuche aber tatsächlich, diese Ära mit den Lesungen, mit den Geschichten, am Leben zu erhalten. Ich hätte immer gerne ein Buch darüber geschrieben. Bisher zeigten die Verlage kein grosses Interesse, man sagte mir, ich sei zu wenig bekannt.

Wirklich? Mir scheint, dass du sehr wohl ein bekanntes Gesicht bist.

In Liechtenstein erkennt man mich natürlich schon, in der Schweiz auch in ländlichen Regionen. In der Stadt Zürich überhaupt nicht. Und auch in Deutschland habe ich bisher kaum Anfragen, zB für meine Referate, obwohl ich doch regelmässig im ZDF zu sehen bin und die Zuschauerzahlen, wie meistens bei Skirennen, ordentlich hoch sind.

Ich glaube, die Geschichten aus der Skiwelt, die ich zusammen mit meiner Frau Doris zu Papier gebracht habe, kommen gut an. Weil sie Emotionen wecken. Mir geht’s immer nur darum.

Sind keine Konflikte vorprogrammiert, wenn man als Ehepaar zusammen an einem emotionalen Projekt arbeitet?

Manchmal diskutieren wir schon, und zuweilen sogar fahren wir uns «an Charre», aber nein, wir haben das gemeinsame Ziel vor Augen. Und wir kennen uns durch und durch. 18 Jahre, da gibt’s nicht mehr viele Geheimnisse.

Wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Soll ich das tatsächlich erzählen…? Aber keine Verurteilung!

Jetzt bin ich aber mal gespannt!

In der Aerobic-Stunde. Doris hatte in jungen Jahren die Idee, Aerobic-Klassen zu unterrichten, so Jane-Fonda-mässig und machte sich selbständig mit einem Startkapital der Bank, die an ihre Idee glaubte. Schnell waren ihre Stunden in der Region die Attraktion. Zwei meiner Ex-Freundinnen schleppten mich zu ihr.

Ein Bild für die Götter!

Ich wusste, dass du lachen würdest!

Nun, irgendwann trafen wir uns in einer Bar wieder. Und zack, es fühlte sich an, wie wenn Amor daneben stehen würde.

Hat sie dich durch die ganze Sportlerzeit begleitet?

Ich hatte gerade meine Silbermedaille an der WM in Vail 1999 gewonnen. Sie hat sich inzwischen umorientiert, verdient heute mit Schreiben ihren Lebensunterhalt, ist Journalistin, Autorin und Verlegerin. Wir unterstützen uns.

Anna Maier im Gespräch mit Marco Büchel in der Razzia-Bar, Zürich.

„2 oder 3 Jahre nach meinem Rücktritt habe ich den Frieden gefunden.“

Ihr schreibt zusammen deine Erinnerungen, die sich dir eingebrannt haben aus der verrückten Sportlerzeit, nieder. Glaubst du, dass du es schon verarbeitet hast, dass du eben nicht mehr als Aktiver dazugehörst?

Mittlerweile schon. Manchmal wäre ich gerne selber dabei gewesen, anstatt bloss zuzuschauen, wie es die anderen machen. Beim allerersten Einsatz als Rennanalyst, als mir klar wurde, dass ich nur noch aussen vor war, hatte ich schon Tränen in den Augen. Ungefähr 2 oder 3 Jahre nach meinem Rücktritt habe ich den Frieden gefunden. Jetzt bin ich froh, dass ich diese steilen, eisigen und gefährlichen Pisten nicht mehr selber runterfahren muss.

Irgendwie bist du ja doch noch mitten drin. Du reist als Kommentator der Skirennen weiterhin an all die Orte, die du als Sportler besucht hast. Das ist ja, wie wenn man sich trennt, aber weiterhin mit dem Partner zusammenarbeitet.

Ja, das hat was. Aber es war auch ein schonender Übergang von meiner Traumwelt in die Realität. Ich beginne mir nun Neues aufzubauen und glaube, dass ich auch mit neuen Aufgaben richtig glücklich werden kann.

Das Ziel ist wohl, nicht mehr einen Ersatz zu suchen für das, was war, sondern nach vorne zu schauen und glücklich zu sein über das, was man hat. Ich bin mir bewusst, dass ich ein verdammt schönes Leben lebe.

www.marco-buechel.li

Text: Anna Maier
Bilder: Jean-Pierre Ritler

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Hoppla, etwas ist schief gelaufen...

1. November 2018
Wenn Leidenschaft Leiden schafft.

Kommentare

  • Désirée
    REPLY

    Ein verdammt schönes Leben in einem tollen Interview aufgezeigt. Beeindruckend zu wissen, was hinter der Kulisse so vor sich ging…Büxi ist und bleibt eine sympathische Person!

    1. November 2018

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